Auf Kaffeeentzug - ein Bericht (Tag 2)

19.08.2022

Da mir eine befreundete Psychiaterin gesagt hat, dass ich vermutlich Kopfschmerzen bekommen werde, wenn ich einen kalten Kaffeeentzug mache, habe ich beschlossen, damit zuzuwarten - bis zum Ende meines Urlaubs. Ich möchte keine Kopfschmerzen haben. 

Ich habe mir in der Klinik das Kaffeetrinken angewöhnt - weit mehr, als ich das je zuvor getan habe. Bis zu fünf Tassen am Tag. Das ist zu viel. Auch wenn es dort "nur" Filterkaffee ist. Aber er steht einfach immer in der Teeküche. Es gibt viele Besprechungen. Ich arbeite oft acht Stunden am Stück durch. Muss sehr früh aufstehen, am Montag, um pünktlich im Dienst zu sein. 

Nun habe ich also vorgestern beschlossen, das Kaffeetrinken zu beenden. Auch keine Tasse in der Früh mehr zu trinken, um meinen niedrigen Blutdruck etwas in die Höhe zu treiben. Die Kopfschmerzen setzten gestern ca. um 8 Uhr ein und hielten den ganzen Tag über an. Ich war kein Mensch, ich war ein Zombie. Ständig überlegte ich, wo und wie ich an Kaffee kommen könnte. Wie eine Suchtkranke sich fühlen muss. Gegen 16 Uhr machte ich mir eine Tasse - entkoffeiniert. 

Ich wurde unerträglich müde. Die Kopfschmerzen steigerten sich bis in den späten Abend. Ich versuchte zu schlafen - keine Chance bis Mitternacht. Das Herz stolperte da und dort ein wenig. Alles Einbildung - vermutlich. Ich schlief endlich ein.

Heute Früh machte ich eine lange Wanderung - frei von Kopfschmerzen. Danach setzte jedoch wiederum eine starke Müdigkeit ein. Ich machte mir keinen Kaffee - schließlich bin ich nicht im Dienst. Nur einen kleinen - entkoffeinierten. Und legte mich bis nahezu jetzt - 12 Uhr - wieder in mein Bett. Die Kleine schickte ich zum Libro in die Stadt. Sie ist alt genug, um alleine einen Block und Stifte kaufen zu gehen. Die Älteste arbeitet. Die Mittlere schläft selber gerne lang - in den Ferien.

Ich werde jetzt Yoga üben. Das mache ich seit 25 Jahren. 

Wie ich überhaupt auf bis zu fünf Tassen Kaffee am Tag kommen konnte? Eine sehr schlechte Angewohnheit. Und dabei habe ich auch immer einen Kräutertee im Dienst dabei. 

Gar kein Laster soll ich haben?