Über Begegnung als wechselseitige Berührung oder: Forschung in Zeitlupe

24.05.2020


Eines der zentralen Konzepte J. Morenos, Vater der Gruppenpsychotherapie, ist die Begegnung - angelehnt an die Philosophie Bubers.

Begegnung kann als wechselseitige Berührung begriffen werden. Ich werde das wohl ausarbeiten, im Rahmen meiner Ausbildung zur Psychodramatikerin. 

Hier haben sich die Qualitätsstandards verschärft, da die Donau Uni Krems zur Volluniversität wird. Was sich philosophisch zeigt, das zeigt sich auch empirisch - es ist anders gar nicht möglich. Mir scheint aber das Menschenbild und die Art und Weise, wie ich etwas betrachte, der philosophische/erkenntnistheoretische Zugang, vorrangig. Ich muss also quasi schon "wissen", worauf ich "schaue" - damit ich etwas "sehe". 

Das Erkennen läuft allerdings in solch einer rasenden Geschwindigkeit ab, dass es sich dem bewussten Prozess verschließen kann - keineswegs muss. Wir können den Erkenntnisprozess verlangsamt - quasi in Zeitlupe - wieder und wieder untersuchen und dadurch bewusst machen.

Vollkommen "offen" und "neutral" gehen wir niemals an etwas heran - wir haben immer schon ein Menschenbild (Konzepte) im Hinterkopf. Nur möglicherweise sind sie uns nicht einmal im Ansatz bewusst. Das halte ich - gerade im psychotherapeutischen Bereich, aber auch im wissenschaftlichen Bereich - für äußerst bedenklich! Es ist mE sehr wichtig, sich seiner (grundlegenden) Konzepte bewusst zu sein - (das ist ein Unterschied zu "eine Theorie haben").