Change-Prozesse oder: Leben setzt offene Systeme voraus

05.05.2020


Wenn Firmen, die heute "groß" sind, "wichtige" Entwicklungen verschlafen, so sind sie ein paar Jahre später wieder "klein". Man denke an Nokia oder auch an IBM. (Bin ja grundsätzlich der Meinung, dass wir unsere Mobiltelefone auch gut und gerne wieder auseinanderbauen könnten und fein säuberlich die seltenen Stoffe sammeln könnten; das ermöglichte wieder vermehrt Leben jenseits des Wischens). Es ist also keineswegs gesagt, dass Dicke nicht wieder dünn werden können und Dünne nicht dick. Oder dass jene, die dick sind, automatisch (selbstorganisiert) immer dicker werden. Das ist Unsinn und entspricht keineswegs natürlichen Lebensprozessen. 

Sie müssen hierfür etwas tun! 

Es sind eben genau keine geschlossenen, selbstorganisierten Prozesse - vielmehr müssen lebende Organismen beständig Nahrung aufnehmen und abgeben. Sie fressen und sie werden gefressen. Permanent verleibt sich ein System ein wildfremdes System ein - einen noch lebenden Hasen, eine lebendige Käsesemmel etc. Und verwandelt dieses wildfremde System in sein eigenes System. Es scheidet Reste aus. Und verleibt sich das nächste System ein. 

Aus der Käsesemmel wird Frau Dr. Christoph. Ist jedoch der Tiger größer und stärker, so verwandelt sich Frau Dr. Christoph in Tigergewebe.

Wenn lebende Systeme sich nicht permanent öffnen und schließen und öffnen und schließen - dann sterben sie. "Selbstorganisation" (ein denkbar schlechter Ausdruck für diesen offenen Austauschprozess) kann nur funktionieren, wenn ein System permanent in einem dynamischen, offenen Wechselspiel mit der Um- und Mitwelt steht. 

Geschlossen ist da gar nichts! Weder theoretisch, noch praktisch. 

Und so kann ein großes Unternehmen problemlos ein kleines Unternehmen fressen - ... - ein kleines Unternehmen aber kein deutlich größeres. (...) "Fusionieren" zwei Unternehmen, die sich "ähnlich" sind (zwei gleich große Hasen), so muss man nun wirklich kein Professor sein, um zu verstehen, dass eine Fusion hier wohl kaum "ein Hase mit vier Ohren" bedeutet. Vielleicht zwei Hasen, die im Gleichschritt hoppeln. Aber auch das ist schwierig. Fusion bedeutet, dass ein System (!) seine Grenzen auflösen muss - ansonsten wird (mathematisch betrachtet) aus zwei Kreisen, die sich "verbinden", nun einmal nicht ein Kreis (wobei Kreise nicht lebendig sind und sich nie "fressend" verbinden; dieser Kreisvergleich daher einen Haken hat). Es müsste in dem genannten Beispiel also ein Hase den anderen Hasen fressen. Da dies in der Praxis selten der Fall ist, binden sie vermutlich eher zwei Hinterbeine zusammen ... (und schleppen sich voran ...).