Das Prinzip der leeren inneren Haltung - übertragen auf die Psychotherapie

22.10.2021

Was mir auffällt ist, dass viele PsychotherapeutInnen viel wollen. 

Sie wollen das und sie wollen jenes. Das ist ja alles nett und schön. Aber vollkommen uninteressant. 

Es geht nicht darum, was ich will - mit dem anderen. Sondern was der oder die andere will. 

Damit ich das fassen kann, brauche ich eine leere innere Haltung, das bedeutet: 

Einen leeren inneren Raum. Ist dieser etabliert, so mag kommen, was auch immer kommen will.

Ich hatte als Kind einen wunderbaren leeren Raum. An mir hat nur sehr selten jemand herumgezogen. Nicht einmal zum Kämmen wurde ich gezwungen. Ich wurde nie geschubst. 

Und ich kann es nicht leiden, wenn mich jemand schubst. Wie in der Schule. Ich bin nie gerne in die Schule gegangen. Ich habe die Schule gehasst. Nicht nur, weil es eine Klosterschule war. Ich wurde nie dafür getadelt, dass ich die Schule hasste. Meine Mutter sagte: Das verstehe ich, leider brauchst Du eine Matura zum Studieren. 

Ab der sechsten Klasse Gymnasium habe ich über ihre Unterschriften jeden beliebigen Satz setzen dürfen. Am Freitag war ich meistens nicht in der Schule. Erst an der Universität bin ich zu mir selbst gekommen. Der Tag der Matura war einer der besten meines Lebens. 

Ich möchte auch niemanden schubsen. Weder in die eine, noch in die andere Richtung.