Für die Öffnung der Volksschulen!

17.11.2020

Die Stimmung bei unserer 7-jährigen Tochter ist im Keller. Sie möchte in die Schule gehen - und an zwei Tagen muss ich sie dort auch hinschicken. Zur Betreuung. Ich kann es einfach nicht anders organisieren. Normalerweise ist das keine Frage. Nun ist es eine Frage - das alleine schafft Probleme. 

Es geht nicht darum, dass sie es nicht selbständig schafft, die paar Zettel am Tag zu bearbeiten, oder Lern-Apps durchzuspielen, oder ein kleines Buch zu lesen und Fragen dazu zu beantworten. Darum geht es nicht.

Es geht darum, dass es ihr sichtlich auf's Gemüt schlägt. Ich sehe keinen Sinn darin, Kinder bis zehn Jahre zu Hause einzukasernieren. Sie halten sich sehr brav an alle Regeln, die man ihnen vorgibt (die allermeisten Kinder in diesem Alter). Sie halten Abstand, sie tragen Masken. Sie sitzen im Klassenverband dort, wo sie hingesetzt werden etc. 

Sie kann mit Apps eigentlich gar nicht umgehen. Oder anders gesagt: Wir alle bemühen uns, dieses Medium noch eine Weile von ihr fernzuhalten. Die 13-jährige Schwester sitzt nun auch wieder täglich stundenlang vor dem Computer. Vor Corona hatte sie nicht einmal einen Internetanschluss in ihrem Zimmer.

Das alles macht etwas mit den Kindern und Jugendlichen. Und ich tue mir schon sehr schwer, hier mehr das Positive als das Negative zu sehen. Die soziale Isolation (im eigenen Zimmer über das Internet) ist für Volksschulkinder meines Erachtens eine Form von Entwicklungsgift. Bei Jugendlichen kann man sich streiten, ab wann das zum Gift wird. 

Jugendliche brauchen reale Jugendliche um sich. Und 7-jährige Kinder brauchen andere Kinder zum Spielen. Im Wald, am Spielplatz. Auch hier halten sie den Abstand ein, wenn man es ihnen sagt ... 

Gott sei Dank sind es nur 20 Tage ...