Über innere Redlichkeit & Kongruenz

03.06.2021

Die letzten Jahre hat sich bestätigt, was mir seit 20 Jahren klar ist. Paradigmen - dazu zähle ich auch den Denkansatz des "radikalen Konstruktivismus" - werden durch Freunderlnetzwerke am Leben erhalten. Ein Freunderl schreibt ein Buch, noch ein Freunderl schreibt ein Buch, dann haben die Freunderln irgendwann ihre "Schüler" - Menschen, die sie anhimmeln - usw usf

Und doch - es gibt eine innere Redlichkeit im Denken.

Wer einmal etwas anders gedacht hat als zuvor, kann die alte Denkweise nicht mehr "so einfach" aufrechterhalten. Oder nur mit erheblicher Anstrengung. Um die Fassade zu wahren. Im Inneren jedoch ist das nicht möglich.

So entsteht eine unangenehme Inkongruenz zwischen ehemals Verschriftlichtem und dem Denken im Hier und Jetzt. 

Ich möchte nicht in der Haut einer solchen Person stecken. 

Die Größe meines geliebten Ludwig Wittgenstein haben nur äußerst wenige (viele gibt es freilich, die ihn zu plagiieren versuchen). Er hat das Alte (den Traktat) hinter sich gelassen, es verworfen. Es war auch für ihn kein leichter Weg. 

Doch was hat die Wende bewirkt? Was hat den Wandel im Denken ausgelöst? Etwas, das weit über das später Verschriftlichte hinausgegangen sein muss. Er hat zu Lebzeiten nichts mehr publiziert.