Wenn das Plüschtier beim Asiaten ins Klo fällt ...

17.05.2020


Offen gesagt - ich fühle mich immer noch schuldig (schäme mich, jawohl), weil ich einen Meter Sicherheitsabstand beim Eisessen vor ein paar Tagen unterschritten habe und die Kinder Löffel abschlecken habe lassen (aber was glauben Sie, was Kinder sonst noch alles so abschlecken ...)

Ein kleiner Regelverstoß muss verhaltenstherapeutisch einfach auch einmal drinnen sein - damit wir hier nicht neurotisch werden.  

So geschehen auch gestern. Wir gingen zu unserem Lieblingsasiaten am Wiener Naschmarkt und bestellten uns verschiedenste Maki-Variationen. Dann musste unsere jüngste Tochter aufs Klo. Ich setzte ihr pflichtbewusst ihre Maske auf (wir saßen im Schanigarten und sie musste ins Innere des Lokals) und sagte ihr noch: "Gut Hände waschen ..."

Dann verschwand sie. Und kam nicht mehr wieder. Nach einer gefühlten Ewigkeit - ich war gerade dabei, sie suchen zu gehen - kam sie zurück. In der Hand ein pitschnasses, kleines rosa Stofftier. Sie schluchzte:

"Es ist mir ins Klo gefallen. Und die Kette von der Oma auch. Die Kette von der Oma habe ich nicht mehr erwischt. Aber das Plüschtier - es kann schwimmen ..."

Dann drückte sie es mir in die Hand. Ich wäre fast kollabiert. Sagte aber - sehr erwachsen:

"Wow - Du bist eine Heldin. Du hast es rausgefischt! Sehr gut!"

Unsere mittlere Tochter prustete laut los. Daraufhin begann die Kleine zu weinen und versuchte unserer Mittleren ins Schienbein zu treten. Den Rest können Sie sich wiederum eigenständig ausmalen ... 

Ich habe das Plüschtier sodann in meiner Handtasche versenkt (noch ein paar Mal darin herumgerührt, damit sich auch alle Asiakeime säuberlich verteilen ...). Morgen werde ich es waschen. Vielleicht auch erst übermorgen. Davor darf es noch ein wenig in meiner Tasche "austrocknen" ... 

Was hätte ich denn machen sollen? 

Was?