Über den Verpackungs-Wahnsinn

15.11.2019

Wir bemühen uns, Plastik (als Verpackungsmaterial, in Kleidung, in Kosmetikprodukten ...) zu reduzieren. Es ist eine Frage der Achtsamkeit (und man muss lesen, woraus ein Produkt besteht), auch wenn ich dieses abgedroschene Wort nicht mag. Eines unserer Kinder hat mit Freunden in Neulengbach eine Müllsammelaktion gestartet, das heißt, sie haben frei herumliegenden Müll gesammelt. Zwei Wochen später - wieder säckeweise. Säckeweise ... Unsere Kinder werden sich ernsthaft überlegen, Kinder in die Welt zu setzen - wenn das so weiter geht - und erst die Kinder ihrer Kinder. Was mich vor allem irritiert: Dieser Blick der Kinder und Jugendlichen auf eine "verschmutzte Welt" geht nicht von uns (Eltern) aus. Ganz im Gegenteil. Wir zeigen, wo es möglich ist, auf das Schöne. Wir suchen es förmlich überall. Das Schöne, die gute Gestalt. (Immer wenn ich auf das Schöne, die "gute Gestalt" komme, denke ich mir, dass ich darüber endlich etwas schreiben muss - es ist nämlich nicht nur die "gute Gestalt", die etwas "schön" erscheinen lässt ...).

Dieser Blick geht von Aktionen in der Schule aus (auch dort wird Müll, der achtlos um das Schulgebäude herumliegt, von den Schülern aufgesammelt), von Peergroups, er geht von einem allgemein unter Kindern und Jugendlichen um sich greifenden Umweltbewusstsein aus. Ich habe mit zwölf Jahren jedenfalls etwas anderes zu tun gehabt, als frei herumliegenden Müll zu sammeln. Oder darüber nachzudenken, wie man den Plastikverbrauch reduzieren kann. Mich haben unsere Kinder in den letzten Monaten deutlich ökologischer werden lassen ... achtsamer, was das anbelangt.