Warum ein "Trialismus" praktisch unbrauchbar ist oder: Über vergeistigtes "Fleisch"

25.12.2019

Praktisch - das heißt hier verwendbar - kann nur sein, was auch beobachtbar ist. Wir können das Konzept einer "Psyche" praktisch nicht gebrauchen, da wir "Psychen" nicht beobachten können. Was nützt es, so eine "Psyche" zu setzen, womöglich noch - ebenso vollkommen unbeobachtbar - zu setzen, dass sie sich "autopoetisch" organisiere?

Das sind Luftgebäude, Traumgebilde, Fantasiegeschichten, niedergeschrieben von Luhmann und anderen. Abseits jeglicher Beobachtbarkeit. 

Natürlich können wir das Ausgesprochene einer Person (eines Menschen) praktisch verwenden (wir können hier ruhig von psychischen Prozessen sprechen wie von den Blasen einer Comicfigur) und auch das Verhalten einer Person in Raum und Zeit, wobei es hier schon schwieriger ist, dieses Verhalten nur als "psychisch" zu bezeichnen. Schließlich kann jemand auch gelähmt sein, vielleicht nur ein Augenlid zur Kommunikation benutzen können - es wäre vollkommen verkehrt aus diesem Verhalten auf Denkprozesse zu schließen. Dazu muss man mit der Person in irgendeiner Form in ein Gespräch kommen (wiederum "Gedankenblasen", die sich zeigen).

Was nützt uns nun dieser nicht beobachtbare Trialismus? Wo sind sie, die praktischen Handlungskonsequenzen?

Mir erscheint es weitaus praktischer zu beobachten, was sich im Hier und Jetzt zeigt. 

Man kann die Kopplungen zwischen Menschen beobachten (und nicht zwischen Organismen und gekoppelten Psychen), man kann die Kopplungen zwischen Menschen und ihren Umwelten beschreiben und beobachten, und man kann das beobachten und beschreiben, was überhaupt im Hier und Jetzt in die Kommunikation kommt. Das ist hinreichend komplex! 

Diese Kopplungsmuster sind real zu beobachten.

Es verkompliziert die ganze Angelegenheit vollkommen unnötig, wenn man "Menschen" hier noch einmal in "Fleisch" und "Geist" aufspaltet. Zudem wird allzu gerne übersehen, auch von Herrn Luhmann und seiner Gefolgschaft, dass jegliches "Fleisch" bereits ein menschliches Konzept ist (sonst würden wir nicht von "Fleisch" sprechen) und damit konzeptualisiert - vergeistigt. 

Die Kopplungen zwischen Menschen und ihren Um- und Mitwelten sind doch schon hinreichend komplex. Der Mensch (als Ganzheit, die sich äußert und dadurch psychische Prozesse zeigt) ist als im Kontakt mit einer Um- und Mitwelt zu beschreiben. Das ist sichtbar und hörbar! Es ist wirklich zu beobachten. Und das macht diese Beschreibungsform praktisch.

Wer von "Psychen" schreibt, der verliert sich notgedrungen in seinen Fantasiegebäuden. Es ist also geradewegs umgekehrt, als manch einer behauptet. 

Von "Menschen" zu sprechen vereinfacht, von "Organismen" und getrennt davon/bzw. gekoppelt mit "Psychen" zu sprechen, verkompliziert und ist darüber hinaus fantastisch - surreal!