Wenn der Begriff das Begriffene formt ...

18.05.2020


... dann wird ein Klo durch den Begriff Klo zu einem Klo. Eine Klorolle begrifflich begreifend zu einer Klorolle. Und ein Beobachter begrifflich begreifend zu einem "Beobachter". 

Der Begriff fällt mit dem Begriffenen zusammen. 

Ein Begriff ist jedoch - CAVE CAVE - kein Zettelchen mit einem Schriftzug. Ein Begriff lässt sich verkörpert als Bewegungs- und Berührungsmuster begreifen und rekonstruieren. Es handelt sich nicht um Wörter, nicht um Sätze, nicht um Symbole, nicht um Zeichen. 

Es handelt sich um verkörperte Muster, die uns in Rückkoppelungsschleifen (auch) unsere Körperlichkeit begreifen lassen. 

Unser Gehirn, unser Nervensystem, unsere Nieren, unsere Leber, unsere Zehen (etc.) begreifen lassen. All diese Strukturen haben wir bereits begriffen - und es gibt nichts "Wirklicheres" "dahinter". Nichts "hinter" unseren Begrifflichkeiten.

Ein "wirklicheres" "Etwas" "dahinter" ist eine Fantasievorstellung eines denkenden Beobachters, der die Welt in Welten zerhackt (etwa Realität vs. Wirklichkeit). 

So Denkende haben den verkörperten Begriff nicht begriffen und sie haben sich im "In-der-Welt-sein" nicht begriffen. 

Andere schreiben die "Weltzerhackung" dann ab. Sie lesen es irgendwo und schreiben es wieder (als würde es dadurch wahrer werden). 

Und so hält sich dieses Hirngespinst und wird sich weiter halten. Wie so viele nicht wirklich greifbare menschliche Hirngespinste. 

Verlassen wir die platonischen Ideen! Wenden wir uns der Wirklichkeit im Hier und Jetzt begrifflich begreifend zu! 

Wir müssen (!) zwischen Hirngespinsten (Ideen) und real Greifbarem im Hier und Jetzt unterscheiden können! Das eine vom anderen klar unterscheiden können. Zwischen unseren Vorstellungen und der Realität im Hier und Jetzt differenzieren können. Das ist ein Muss und kein Witz! 

Dann können wir uns immer noch in Ideen verlieren aber wir sind uns dessen bewusst, dass wir uns in Ideen versteigen.

Ich trenne zwischen der Vorstellungsebene und der Realität sehr klar. Die Realität ist das im Hier und Jetzt Begreifbare! 

Ideen sind im Hier und Jetzt nicht greifbar, sie lassen sich nicht essen, nicht angreifen, nicht in die Nase stecken ... 

Es handelt sich bei Vorstellungen (Ideen) ebenso um Bewegungs- und Berührungsmuster, aber - im Gegensatz zur Realität - werde ich nicht wirklich von etwas berührt. Sondern ich berühre mich in meiner Vorstellung. Das ist ein recht einsames Unterfangen. Ein wenig wie Sex im Kopf ...  

Und ist es nicht sinnvoll zwischen realem Sex und Sex im Kopf unterscheiden zu können?