Als sich meine Nase in der Kette des Schamanen verfangen hat ...

18.02.2026

Ich habe nun zwei Jahre lang meinen Körper gereinigt, unter anderem mit Ayahuasca, traditionell hergestellt aus der Liane Banisteriopsis caapi und DMT-haltigen Pflanzen. Ayahuasca führte bei mir zu einer massiven Todesnähe, ich bin so oft in den Retreats "gestorben" - habe "a Bankl grissn", würde man auf Wienerisch sagen ("Aus, die Maus.") und habe dabei das Göttliche erfahren. 

Der Schamane pflegte in den Nächten auch stets ein Heilungsritual durchzuführen, mit Tabak und anderen Substanzen. Er trug dabei eine Kette aus Zähnen (mir scheint von Wildschweinen) um den Hals - und wir saßen mehr oder weniger nackt im Kreis um ihn herum. Bei einer dieser Heilungen verfingt sich seine Kette in meinen Nasenlöchern und er zog mich an zwei Zähnen hoch. Ich habe noch selten in meinem Leben mehr gelacht - ich konnte mich gar nicht mehr halten und habe habe einige angesteckt. Wir grölten vor Lachen. Und ich konnte mich auch in keiner der folgenden Heilung mehr zurückhalten. Ich sah die Kette, sah alle nackt im Kreis sitzen und - es war um mich geschehen. Ich lachte und lachte und konnte gar nicht mehr aufhören. So kann ein innerer Prozess auch aussehen.

Nun - ich brauche keinen Schamanen mehr und auch keine "Heilungen" - ich habe mich aus der Tiefe heraus geheilt. 

Sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, ist ein guter Weg, um das "ICH-MEIN-MICH" zu durchbrechen. Und den Blick zu weiten.