Mein persönlicher Nahtod im April 2023
Im April 2023 lag ich im AKH Wien und kämpfte um mein Leben. Ich war nur noch Haut und Knochen, mein Körper war entstellt von geschwollenen Lymphknoten in Orangengröße. Ich lag in einem Isolierzimmer in einem der letzten Stöcke des Krankenhauses - dort, wo viele Menschen meist nicht mehr lebend rauskommen. Die Ärzte schauten mich traurig an. Aber ich war erstaunlich fit. Eine Krankenschwester, die "zufällig" meine Mutter kannte, weil sie in jungen Jahren, aus dem Kosovo geflüchtet, bei ihr gearbeitet hatte - hat mir einen Ergometer ins Zimmer geschoben. Und auf diesem trainierte ich - an den Schläuchen hängend. Ich fuhr, fiebrig, um mein Leben - Fahrrad. Dabei schaute ich über mein geliebtes Wien. Und betete:
Gott, lass mich leben! Ich habe doch eine Familie! Gott - lass mich leben!
Am 3. April 2023 erhielt ich die sogenannten CAR-t-cells, meine eigenen, genetisch veränderten T-Zellen - die letzte schulmedizinische Möglichkeit, um den hochaggressiven Blutkrebs zu heilen, der sich im September 2022, nach einer Covid-Infektion, entwickelt hatte. Erst kam Covid, dann - direkt im Anschluss - das Pfeiffersche Drüsenfieber (EBV) - ich hatte überall geschwollene Lymphknoten. Und dachte mir: Ok, das ist das Coronavirus. Auch mein Hausarzt dachte das - acht Wochen lang. Aber daraus entwickelte sich ein EBV-positives Schreckgespenst, das dabei war, meinem Leben auf Erden allzu früh ein Ende zu setzen. Ich war doch erst 45. Niemand außer meiner Familie und mir glaubte daran, dass Gott mit mir war!
Ich heilte - in unglaublicher Geschwindigkeit. 14 Tage später war ich wieder zu Hause. Die Lymphknoten waren abgeschwollen. Doch, ich hatte kein Blut mehr - mein Knochenmark hatte die Blutproduktion vollkommen eingestellt. Eine Nebenwirkung der CARs, die sie im AKH so noch nie gesehen hatten. Ich hatte Einblutungen am ganzen Körper und wurde ob des akut lebensbedrohlichen Zustandes wieder stationär aufgenommen, diesmal allerdings auf der völlig überfüllten Onkologie. Dort machten sie alle möglichen Tests mit mir.
Das Knochenmark sei frei von kranken Zellen, allerdings arbeite es nicht mehr. Es sei "allergisch geschädigt". Vielleicht werde es nie mehr wieder arbeiten, meinten die Ärzte. Oder erst nach Monaten. Wenn überhaupt. Sie schickten mich nach zehn Tagen, immer noch "ohne Blut", wieder nach Hause. Zum Sterben. Ich solle alle zwei Tagen für Blutkonserven vorbeischauen. Diese verpuffen jedoch, wenn das Knochenmark nicht seine Arbeit macht.
Ich heilte innerhalb von ein paar Tagen. Ich ging damals zu einer Schamanin, fiel dort in eine tiefe Trance - in der mir Wesenheiten mein Blut vollkommen austauschten. Und ich sollte in dieser Zeit - wie durch ein Wunder - nicht einmal einen Schnupfen bekommen. Als ich wieder zur Blutkontrolle im AKH war, brüllte der Arzt: "Sie haben wieder BLUT! Sie haben BLUT!!!" Ich lächelte still.
Nun - drei Jahre später - kann ich lachen. Und tanzen. Und springen. Ich habe meine Lebensfreude ins Extrem gesteigert. Ich erfreue mich an jedem Atemzug. An jedem Lächeln. Am Wind. Am Regen. An einer Nuss. An allem.
Geben Sie sich nie auf! Nie! Und bitten Sie Gott um Hilfe - auch wenn es noch so aussichtslos erscheint.
Damals im AKH, im obersten Stock, öffnete sich bei meinen Gebeten gefühlt der bewölkte Himmel und die Sonne wurde sichtbar. Es war Ostern. Ein Neubeginn in meinem Leben.

