Theorie der hohlen Erde
"Der englische Naturwissenschaftler Edmond Halley stellte im November 1691 in einem Vortrag vor der Royal Society in London erstmals eine neuartige wissenschaftliche Hypothese zur physikalischen Beschaffenheit der Erde vor,[1] die er mithilfe von Erkenntnissen aus der Gravitationstheorie und der darauf aufbauenden Theorie der Tiden von Isaac Newton entwickelt hatte. Der Anlass war, dass Kompassnadeln an einem gegebenen Ort nicht immer die gleiche Richtung anzeigten, sondern verschiedene und sich mit der Zeit verändernde Richtungen, wie es im Laufe von mehr als hundert Jahren immer wieder beobachtet worden war. Er hatte schon Jahre vorher die Verteilung und säkulare Veränderung des geomagnetischen Feldes als Resultat einer komplizierten Überlagerung von mehreren sich bewegenden Magnetpolen erklärt, aber wie das in der damals als fest angenommenen Materie des Erdinneren funktionieren sollte, konnte er bis dahin nicht zufriedenstellend begründen.[1]
Halley stand in engem Kontakt zu Isaac Newton und animierte ihn, seine bahnbrechenden Forschungsergebnisse zur Himmelsmechanik zu veröffentlichen, die dieser dann unter dem Titel Philosophiae Naturalis Principia Mathematica verfasste. Halley unterstützte Newton dabei, indem er das Manuskript für die Royal Society begutachtete, den Druck finanzierte und wahrscheinlich auch bei den darin enthaltenen Berechnungen half.[2] Newtons Berechnungen hatten ergeben, dass sich die Dichte des Mondes zur Dichte der Erde wie 680 zu 387 oder zirka 9 zu 5 verhält. Halley argumentierte, dass unter der vernünftigen Annahme, dass beide Körper aus den gleichen Materialien zusammengesetzt wären, daraus zu schließen sei, dass vier Neuntel des Erdglobus aus Hohlraum bestehen müssten.[1]"
- Edmond Halley: An account of the cause of the change of the variation of the magnetical needle with an hypothesis of the structure of the internal parts of the earth: as it was proposed to the Royal Society in one of their later meetings. Philosophical Transactions of the Royal Society of London 17 (1692), S. 563–578. doi:10.1098/rstl.1686.0107 https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_der_hohlen_Erde
