Lyrik
Andrea Christoph-Gaugusch
Stille
Im Nichts sein
In der Leere sein
Das Sein empfangen
Und doch
Die Gedanken, sie rauschen und brausen und wogen und wellen
Hinein
In die Stille
ACG - 01/12/25
Mein Geliebter
Sein Mund
So süß wie der Mond
In einer klaren Sommernacht
Sein Lächeln
So anmutig und zart
Mich umschlingend
Kein hartes Wort
Nur Weichheit und Sanftmut
Liebe
Unermessliche, nährende, erfüllende Nähe
ACG - 01/12/25
Vergessen
Ich habe vergessen, wer ich bin
Und es stört mich nicht
Ich habe vergessen, wer du bist
Und es stört dich nicht
Wir haben uns gefunden
Im So-Sein
ACG - 02/12/25
Sterben und Leben
Nur wer gestorben ist
Kann das Dasein in seiner ganzen Fülle
In sich aufsaugen
Den warmen Sonnenaufgang
Den Gesang des Windes
Der Amseln, Krähen und Tauben
Das Glitzern des Morgentaus
Das Lächeln eines Kindes
Leises Knistern im Schnee
Den Duft einer Orange
Die Wellen im grünen See
Nur wer gestorben ist
Lebt voll und ganz
ACG - 02/12/25
Wäre Gott ein liebender Gott
Wäre Gott ein liebender Gott
Er ließe uns nicht so leiden
Wäre Gott ein liebender Gott
Er ließe uns nicht foltern
Drohte uns nicht, bestrafte uns nicht
Wir sind Gefangene
Im ewigen Kreislauf der Wiedergeburten
Beim nächsten Mal
Machen wir es besser
Räumen wir mit unserem Karma auf
Oder so
Dazwischen noch etwas Leid und Schmerz
Hass, Verblendung und Kummer
Wäre Gott ein liebender Gott
Er ließe den Kreislauf der Wiedergeburten nicht zu
Den ewigen Kreislauf des ewigen Leidens
Wir alle, wir wären immer schon Erlöste
Immer schon Befreite
Immer schon Erleuchtete
Und weil unser Gott ein liebender Gott ist
Sind wir es
Gott.
ACG - 04/12/25
Fragen
Wer sagt, dass das Leben komplex ist?
Wer sagt, dass das Leben einfach ist?
Wer sagt, dass Liebe besser ist als Hass?
Wer sagt, dass Hass besser ist als Liebe?
Wer sagt, dass es einen Gott gibt?
Wer sagt, dass es keinen gibt, nichts gibt?
Wer fragt, weiß die Antworten nicht.
Fragen wir?
ACG - 05/12/25
Vergebung
Zu vergeben bedeutet
Das Herz zu öffnen
Es zu weiten
Die Flügel auszubreiten
Und unsere Feinde zu umarmen
Sie zu küssen
Sodass sich Hass
In Liebe verwandelt
Nur ein Augenblick
Und sie ist Wirklichkeit
ACG - 06/12/25
Morgenmeditation
Ich fülle Kaffee
In die Kanne
Lasse Wasser kochen
Und schaue dabei dich an
Ich fülle Kaffee
In die Kanne
Lasse Wasser kochen
Und umarme dich
Ich fülle Kaffee
In die Kanne
Lasse Wasser kochen
Und küsse dich
Ich fülle Kaffee
In die Kanne
Lasse Wasser kochen
Und liebe dich
ACG - 07/12/25
Täuschung
Wir sollen nicht sehen
Dass das Leben friedlich ist
Schön, einfach, liebevoll
Stattdessen spielen sie uns
Kriege, Gewalt und Horror vor
Lassen wir uns nicht täuschen
Drehen wir die flimmernden Bildschirme
Einfach ab
ACG - 08/12/25
Ein weißes Tuch
Ich hänge ein weißes Tuch
Aus dem Fenster meines Hauses
Und meine damit
Dass ich mich ergebe
Wer sich ergibt
Der kämpft nicht mehr
Weder für das Gute
Noch gegen das Böse
Weder für das Gerade
Noch gegen das Krumme
Weder für das Flache
Noch gegen das Runde
Siehst Du es nicht
Das weiße Tuch?
ACG - 09/12/25
Machtgeilheit
Die Machtgeilen sind überall
In der Politik
In der Wirtschaft
In der Medizin
In der Psychotherapie
In der Schule
In manch einer Ehe
Wir entkommen ihnen nicht
Den Machtgeilen
Den Egomanen
Den Selbstherrlichen
Aber wir können
Uns still zurücklehnen
Sie machen lassen
Und nichts tun
ACG - 10/12/25
Wellen wogen
Spreche ich
So woge ich auf der Welle
Des Denkens
Das ich nach außen gelegt habe
Damit auch andere es hören können
Was ich zu denken habe
Ist es immer sinnvoll?
Sollten wir es nicht öfter für uns behalten?
Hören wir überhaupt, was wir denken?
Wellen wogen
Sie kommen und sie vergehen
ACG - 10/12/25
Ätherisches
Man sagt von ihm, er sei spürbar
Der Äther des Lebens
In dem alles bereits vorhanden ist
Wenn wir geboren werden.
Man sagt von ihm, er sei spürbar
Der Äther des Lebens
In dem das Denken pulsiert
Die Normen, Regeln und Bedeutungen.
Man sagt von ihm, er sei spürbar
Der Äther des Lebens
Dieses energetische Feld
Das uns mit Geisteskraft erfüllt.
In ihm wurde alles schon einmal erlebt,
gedacht und gefühlt.
Kommt die Angst wirklich aus dir?
Oder kommt sie nicht vielmehr aus dem Feld?
Hast du sie erfunden? Deine Angst?
Oder wurde sie erfunden und du bist nur
In sie eingetaucht?
Kommt die Liebe wirklich aus dir?
Oder kommt sie nicht vielmehr aus dem Feld?
Hast du sie erfunden? Deine Liebe?
Oder wurde sie erfunden und du bist nur
In sie eingetaucht?
Es ist unsere Liebe
Aus der wir schöpfen.
Es ist auch unsere Angst
Nicht deine und nicht meine.
ACG - 12/12/25
Zombies unserer Zeit
Sie laufen herum wie die Zombies
Die Seelenlosen, die Gottlosen
Sie schwafeln von Kopplungen
Von Selbsterschaffung und Selbsterhaltung
Lassen wir sie schwafeln, leere Blasen blubbern
Die Zombies unserer Zeit
ACG - 14/12/25
Novembernebel
Wenn die Welt verschwindet
Im dichten Nebel
Ist es November geworden
In der Wachau
Ich suche sie nicht
Die Welt
Sondern lasse sie verschwunden sein
Im Nebel
Wann kommst Du wieder,
Welt?
Wirst Du wieder kommen?
Aber, ja doch!
Die Welt, sie kann nicht verschwinden,
Weder im Nebel, noch im Denken.
ACG - 15/12/25
Frieden
Es gibt nur einen Ort des Friedens:
Stille
Suche ich ihn anderswo, den Frieden
So ist er immer schon in den Gedanken
Verschwunden
ACG - 17/12/25
Ein Witz
Da sitzt ein Huhn
Auf den Gleisen
Es hat zu tun
Auf den Gleisen
Es will ruhn
Auf den Gleisen
Oder Reisen
Das ist noch
Unentschieden
Vielleicht ein paar
Kinder kriegen
Es muss sich
Entscheisen
Das Huhn
Auf den Gleisen
ACG - 18/12/25
Im Winterwald
Wenn das Grün des Mooses das Braun der Blätter trifft
Der Eichelhäher seine Vorräte sichert
Ist es kalt geworden, im Winterwald
Leise setze ich einen Fuß vor den anderen
Meine Augen wandern suchend umher
Dass sie sich nicht festlegen, zwischen den Bäumen
Das ist der Zauber
ACG - 19/12/25
Relax The Mind
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33
(Welle - Welle - Klang)
11
ACG - 20/12/25
