Wenn Jesus am Ostersonntag sein Auge öffnete
Ich bin mit Thomas am Ostersonntag auf eine Wanderung zum sogenannten "Herzstein" im Yspertal aufgebrochen. Auf dem Weg zu diesem riesigen, herzförmigen Stein, der irgendwo im Nirgendwo mitten im Wald liegt, gingen wir eine Straße entlang, als rechterhand eine Jesusfigur zu sehen war - eine Metallplatte, auf die Jesus gemalt war, darunter Maria mit sieben Schwertern durchbohrt (Sieben Schmerzen Mariens; siehe Foto).
Ich schaute Jesus an und sah, dass er sein linkes Auge weit offen hatte und sein rechtes geschlossen. Das verwunderte mich sehr - ich habe so eine Darstellung noch nie gesehen! Ich sagte aber nichts, es kam mir irgendwie absurd vor. Stattdessen kommentierte ich die Darstellung Mariens und meinte zu Thomas gewandt:
"Ich möchte nicht jeden Morgen als erstes diese im Herzen durchbohrte Maria sehen."
Thomas stimmte mir zu und wir gingen die Straße weiter.
Es war jedoch der falsche Weg, wir landeten in der Pampa der Pampa (in der Pampa zweiter Ordnung, sozusagen) und kehrten schon nach ca. 15 Minuten wieder zu dem Gekreuzigten zurück. Ich dachte still bei mir: "Jetzt muss ich aber schauen, ob ich vorhin richtig gesehen habe." Und: Jesus hatte nun beide Augen geschlossen. Ich stutzte. Ich war total verwundert. Ich kannte mich gar nicht mehr aus (ohnehin ein Dauerzustand - die anhaltende Verwirrung über das Weltgeschehen) und sagte laut:
"Thomas, vorhin hatte er das linke Auge offen."
Und mein Mann erwiderte, stockend und ebenso bass erstaunt wie ich: "Ja, ich habe es auch gesehen. Das Auge war blau - und ich wunderte mich noch, wie das sein kann. Wie kann Jesus blaue Augen gehabt haben?"

